LEGENDS IN ARCHERY

Legends in Archery


Legends in Archery: Abenteurer mit Bogen und Pfeil
[Illustriert, 120 Abbildungen]
von Peter O. Stecher (Autor)

Gebundene Ausgabe: 220 Seiten
Verlag: Vorderegger OEG Bogensportverlag;
Auflage: 1 (31. März 2008)
Sprache: Deutsch, Englisch

ISBN-10: 3950177876
ISBN-13: 978-3950177879


EINLEITUNG


Peter O. Stecher

„For the benefit of the archers I will describe the tackle used on this hunt. All of us had yew bows. Our broadheads were made from saw steel and were 5“ long, everything entirely home made. I was shooting the lightest bow with a pull of 84 pounds. Ken had his old faithful of 103 pounds and Howard was shooting his 108 pound buffalo bow.“

Wild Boars and Bows, August 1936, Walt Wilhelm, im Ye Sylvan Archer Magazine

Wie viele Menschen meiner Generation war ich als Kind und in meiner Jugend begeisterter Karl-May-Leser und Hollywood-Abenteuerfilm-Fernseher. Ich liebte Berichte von Reisenden und Entdeckern. Mich faszinierte Errol Flynn als Robin Hood. Tarzan Lex Barker oder Gordon Scott waren auch o.k. Sie alle benutzten, neben ihrem Mut und ihrem Wissen um die beste Weise, etwas Aufregendes zu unternehmen, Bogen und Pfeil. Ein freies, abenteuerliches Leben im Sherwood Forrest oder im afrikanischen Busch, wäre auch nach meinem Geschmack gewesen. Elegant und mühelos gingen diese Burschen mit ihren Langbögen um und lebten doch meist beschaulich dahin, zwischen aufregenden Erlebnissen. Berufe wie Pirat in der Karibik, Trapper wie Lederstrumpf oder White Hunter, wie Steward Granger auf Safari in Afrika, wären auch noch vorstellbar gewesen. Fragmente dieser schönen aber unrealistischen Vorstellungen konservierte ich, besitze ich noch immer. Oft zum Leidwesen meiner Umwelt.

Peter O. Stecher

Anfang der 90er Jahre begann ich ernsthaft mit dem Bogenschießen. Die Waffenhändler, die damals auch Bogen und Pfeile verkauften, hatten hauptsächlich Bear-Produkte im Programm und in den Katalogen war der wettergegerbte, schlanke Mann mit Recurve, Bogenköcher, kariertem Hemd und Borsalinohut oft zu sehen.

Fred Bear benutzte, trotz der Tatsache, dass der Compound bereits der allgemein übliche Jagdbogen war und er massenweise Compoundbögen verkaufte, einen einfachen Recurvebogen. Das machte mich nachdenklich und ich wechselte vom Jennings-Compound zu einem Bear Kodiak-Recurve. Irgendwie begriff ich – da ist noch ein anderes Bogenschießen, ein ursprünglicheres, ein unlogischeres, ein selbstgerechteres, ein erhaltenswertes.

Bogen von Howard Hill Archery, Montana, so bestellt von Markus Daiss, Germany

Nachdem ich eine Übersetzung von Saxton Popes Hunting with the Bow and Arrow gelesen hatte, wusste ich: Das ist der Weg. Ich erfuhr daraus einiges über die Wurzeln unseres Sports. Klarerweise musste nach Popes Buch ein Langbogen her. Ich legte mir einen Ben Pearson „Ol’ Ben“ zu und benutzte fortan nur mehr Langbogen und Holzpfeile. Ich fertigte nach Popes Beschreibung Köcher und Pfeile an.

Ich abonnierte den Traditional Bowhunter, der mir von meinem Freund Karl Hofmeister empfohlen wurde. Daraus erfuhr ich viel über amerikanische Schützen und über die Klassiker der Pfeil- und Bogenliteratur.

Peter O. Stecher

Die Bücher von Howard Hill, Fred Bear, Robert Hardy, James Duff, Paul Comstock, Bob Swinehart, Bill Negley, Jay Massey, Dan Bertalan und vieler anderer Bogenautoren nahmen langsam ein ganzes Bord in meinem Bücherregal ein. Mein dürftiges Schulenglisch wurde, durch das Lesen der nur in Englisch erhältlichen Bücher und Magazine, schnell besser. Anfangs kaufte ich einige Klassiker, die als Nachdruck erhältlich waren. Beispielsweise Werke aus der Legends of the Longbow-Serie von Glenn St. Charles. Bald wollte ich aber die Originale besitzen. Nach und nach gab ich die Nachdrucke nicht so versponnenen Freunden und ersetzte sie durch die oft sehr teuren und vergriffenen, aber wundervollen Originale. Mit der allgemeinen Verbreitung des Internets wurde die weltweite Suche in Antiquariaten einfacher.

Oft überrascht mich, wie wenig und wie viel Falsches man über die Bogenpioniere weiß. Nicht jeder kann oder möchte sich eine große Auswahl an Büchern besorgen und lesen. Ich wünschte mir immer ein Buch, in dem die „Bogen-Legenden“ ausführlich vorgestellt würden, mit Bildern, Geschichten, Daten und auf deutsch – für jeden Interessierten erschwinglich.
Nach Jahren eigentlich unbewusster Recherche und einem Telefonat mit Didi Vorderegger begann ich, für das österreichische Bogensport Journal Artikel über die alten Bogenschützen zu schreiben. Das brachte die Idee, ein Buch zu versuchen.

Peter O. Stecher

Mir war klar, das Buch könne niemals umfassend oder auch nur halbwegs vollständig werden. Zu viele Details, zu viele beherzte Schützen der Vergangenheit und Gegenwart sind mir unbekannt geblieben. Andererseits, aufgrund dieser Unkenntnis, gelang es mir vielleicht, dieses Buch unterhaltsamer und übersichtlicher zu gestalten als ein akribisch-umfassendes Nachschlagewerk es wäre.

Ich beschränkte mich, sicher ungerechterweise, auf die Bogenschützen des „Westens“. Ihre Geschichten sind gut dokumentiert und die meisten Informationen waren mit erträglichem Aufwand zu erlangen. Klarerweise vermied ich Wissensgebiete, die mir nicht so geläufig sind, wie beispielsweise das japanische Kyudo oder das Bogenschießen der Indianer Nord-und Südamerikas, sowie der asiatischen, afrikanischen und antiken Bogenschützen.

Die Rolle des Bogens als Waffe gegen Menschen zu beschreiben, lag nicht in meinem Interesse. Kaum auf die vielen hervorragenden Turnier- und FITA-Schützen einzugehen war sicher ungerecht, aber hier fehlen mir zu viele Daten. Sie würden sich anhand von Tabellen ermitteln lassen, doch wäre mir diese Recherche zu trocken, um sie auf unterhaltsame Art zu würdigen und servieren zu können. Es gibt erstklassige FITA-Jahrbücher, welche diese Leistungen dokumentieren.

Wo möglich, führte ich meine Quellen an. Manchmal erschien es mir sinnvoll, Texte im englischen Original zu belassen, um den Lesern den Ausdruck der Sprache und des Geistes der jeweiligen Person oder Zeit zu vermitteln.

Peter O. Stecher

Viele, wenn nicht alle der Bogenpioniere waren auch Jäger. Die Jagd ist in den letzten Jahren für viele Menschen immer mehr zum Reizthema geworden. Ich vermied, bis auf wenige Ausnahmen, Jagdschilderungen und Aufzählungen von Trophäen. Einiges von dem, was früher gemacht wurde, wäre, vom heutigen Wissensstand aus beurteilt, sicher nicht vertretbar. Das gilt freilich nicht nur für die Jagd.

Interessanterweise stößt sich kaum jemand an historischen Berichten über Pfeil und Bogen als Kriegswaffe. Für das Thema Krieg und Mord wird erstaunlich häufig Interesse aufgebracht. Geht es um die Jagd, ereifern sich die Leute.

Ich sehe den Jäger auch als einen Menschen der sich einer ursprünglichen, von der Natur vorgegebenen und praktizierten Lebensweise besinnt, und die gebotenen Möglichkeiten wahrnimmt so zu leben. Er erlebt die Jagd vielleicht auch als eine Art der Verweigerung unserer Konsumgesellschaft; irgendwie hat er das Gefühl, sich auch ohne Kaufhaus und Fleischindustrie ernähren zu können (Bogenjäger ausgenommen!).

Um richtig oder falsch geht es ihm nicht. Er hat ein paar Trophäen aufgehängt, und wenn er sie ansieht denkt er sich: … Ah, da war ich mit meinen Freunden da und da, und wir hatten eine gute Zeit, ein Abenteuer, wir waren nass bis auf die Haut, die Hose blutig, der Hund hat gut gearbeitet, danach haben wir etwas getrunken und die frische Leber gegessen, die ich, der Jäger, zubereitet habe und wir haben uns ob unserer Schießkünste gehänselt – wie es schon vor 100.000 Jahren war ….

Peter O. Stecher

Jene die jagen möchten sollten es tun, wer es nicht mag soll es lassen. Die Entwicklung des heutigen „Traditionellen Bogenschießens“, war allerdings mit der der Jagd eng verbunden. Die Bogenjagd ist sicher eine der fairsten Arten zu jagen, jeder der es versucht hat kann das bestätigen.

Beeindruckend für mich sind der Geist, der Mut und die Unternehmungslust der Oldtimer. Ich denke, man muss diese Geschichten einfach als eine Art moderner Heldensagen sehen.

In diesem Büchlein soll es um passionierte Schützen gehen, ihre Ausrüstung, ihre Werke, ihr Leben.



LEGENDS IN ARCHERY

KAPITEL

 1. Maurice und Will Thompson

 2. Ishi

 3. Horace A. Ford

 4. William J. Compton

 5. Arthur H. Young

 6. Saxton T. Pope

 7. Walt und Ken Wilhelm

 8. Hugh Rich

 9. Frank Eicholtz

10. Ben Pearson

11. Sasha Siemel

12. Fred Bear

13. Ande Vail

14. Howard Hill

15. William Negley

16. Bob Swinehart

17. John Schulz

18. Byron Ferguson

19. Robin Hood und der Schluss